Hooting the Blues – oder: Angst vor Verlust von Kulturgut

Ich kenne mich mit Musik nicht wirklich aus, aber das obige Stück „Hooting the blues“ – das ich in einer anderen Version auf CD besitze – ist für mich ein sehr obskures Stück Musikgeschichte, das ich sehr schätze.

Ich habe das ungute Gefühl dass es EINE MENGE anderer wenig bekannter Musikstücke, Filme, Bücher, Gedichte, Theaterstücke, Tv-Sendungen etc. pp. gibt die einfach – da sie nicht populär sind – in Vergessenheit geraten. Und weil sie von Copyrightgesetzen „geschützt“ werden der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, weil bei den Besitzern das Interesse und / oder Zeit und Geld fehlen, dieses „alte Zeug“ zu erhalten.

Ich habe richtig Angst, das „so“ Sachen durch den ganzen Copyright-Scheiss in irgendwelchen Archiven vor sich hin rotten und verschwinden, statt Teil unserer Kultur zu sein!

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2 Gedanken zu “Hooting the Blues – oder: Angst vor Verlust von Kulturgut

  1. Die Frage ist doch, ob es der Verlust unserer Kultur ist oder nicht der Wechsel in eine andere Art der Kultur. Die Kommertialisierung schreitet überall mit großen Schritten voran. Denken wir mal 15 Jahre zurück, wie sah es da im Internet aus? Und wie ist es heute?!?
    Der Drang, immer und aus allem Profit zu schlagen, gipfelt sicher in der Interpretation der GEMA und ihrem Auftrag der Vermarktung der Copyrights ihr angeschlossener „Künstler“ – mit dem Knieschuss des Ausschlusses der musikalisch-kommertialen Werbung durch eben dieser Künstler auf Videoportalen.
    So schade es für die Menschen ist, die einen Wert auf Kulturgüter jeglicher Art legen; wir werden wohl nun in endgültig in eine Gesellschaft von Alda und Digga überführt, in der die brechreizfördernden Klamotten eines „Designers XY“ einen höheren Stellenwert haben als kultivierter Ausdruck und Interesse für das „Feine und Schöne“. In einer Gesellschaft, in der kommertiale „Statussymbole“ einen höheren Rang haben, als intellektuelle Leistungen kann keine Kultur gedeihen.
    Durch den Wegfall der intellektuellen und kulturell interessierten Mittelschicht, seit dem Ende des kalten Krieges, wird auch eben die von dieser „Schicht“ konsumierte Kultur untergehen und durch Subkultur und maximale Gewinnschöpfung aus „künstlerischen“ Projekten ersetzt. Für uns – die wir in einem solchen Umfeld aufgewachsen sind – ist dieser Wandel sicher ein Schritt in die falsche Richtung.
    Und so wird es uns nur bleiben die „Kleinode“ der Kultur, Kunsthallen, Kammermusiken, Theater, kulturelles Fernsehen mit Bildungsauftrag (und ich meine nun nicht den überwiegenden Mist von ARD und ZDF oder gar der Privaten), Museen zu bewahren und zu genießen ehe auch dort pseudo „Gangster-Rapper“ einziehen – wo selbst eine Paris Hilton mehr Tage im Knast verbrachte als die komplette Schar zusammen.
    Ohne eine Rückbesinnung auf Tugenden, wie Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit und eine sozial ausgewogene Politik mit der Schaffung einer breiten Mittelschicht, wird der Untergang der bisher von uns bekannten Kuktur wohl oder übel besiegelte Sache sein.

    1. timmy, du übertreibst und ausserdem ging es in meinem posting um was ganz anderes.

      es ging mir nicht um die verarmung unserer kultur durch unbegabte „künstler“ die breit vermarktet werden, sondern um kultur-nuancen die verschwinden, weil sich damit kein geld machen lässt. aber gleichzeitig die gesetze so sind, dass sich die allgemeinheit nicht darum kümmern drf.

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